Tent

„Lucy“ ist Schuld. Wegen ihr muss Sänger/Gitarrist Alexander seine plötzlich so leere Zeit mit zu vielem Nachdenken verbringen und sich in seinem Selbstmitleid verlieren. „Lucy“ ist aber auch Schuld, dass er seine Jungs Malte (Bass) und Benedict (Drums) in den Proberaum zerrt – und sich das Problem „Lucy“ im gleichnamigen Song von der Seele spielt. Danke, Lucy! Denn dieser Song ist ein dermaßen unverschämt zupackender Indie-Hit, zu dem man wirklich nicht „Nein“ sagen kann.
Zu finden ist „Lucy“ auf dem Tent-Debüt „excuso“, das gleich mehrere Kracher auf Tasche hat. Das Trio aus Marburg und Gießen klingt darauf in den besten Momenten wie die gelungene Melange aus aktuellem UK-Rock à la Arctic Monkeys & Co., Schweden-Charme à la Mando Diao und amerikanischer Indiemelancholie à la Promise Ring und Nada Surf. Dass deutsche Acts in diesem Vergleichsreigen fehlen, ist auch schon der Band aufgefallen: „Es ist schon merkwürdig, wie oft Menschen, die uns ein Kompliment machen wollen, behaupten, wir würden angenehm undeutsch klingen.“
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