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MARFA

No, No, No
www.myspace.com/marfahh

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Schön, wenn mal alles ineinander greift. Marfa sind vier junge Leute, die einfach zusammen
gehören. In einem Paralleluniversum sitzen die Vier in der letzten Reihe im Physikunterricht
und schnipsen Papierkugeln auf Streber, trinken Robert Pollard unter den Tisch oder zetteln in
einem sehr kleinen Land eine Revolution an. In diesem hier haben sie aber eine Rockgruppe
gegründet: Die Welt ist schön.
Marfa kennen die hippen Bands, über die sich 17-jährige Hype-Kandidaten in Musikgazetten
die jungen Münder fusselig reden und noch jede Menge anderes Zeug. Sie müssen aber
nicht jeden Künstler, den sie kennen, auch als Einfluss zu zitieren. Sonic Youth machen ja
auch keinen Minimal House, weil Thurston Moore vielleicht ein paar Jörg-Burger-Platten hat.
Stattdessen spielen Marfa phantastischen Indierock, der so melodiös wie treibend ist, und
beim Blindtest weder geographisch noch historisch eindeutig einzuordnen ist. Er klingt nicht
deutsch („not that there‘s anything wrong with that!“ wie es bei Seinfeld heißt) und nicht
brandneu. Altbacken noch weniger. Einen Song wie „Done In The Morning“ oder „The Messy
Princess“ hätte der Kumpel, der mir in den Neunzigern den „What‘s Up Matador“-Sampler
auf Kassette zog, zwischen Chavez und Guided By Voices verstecken können – und das Ding
hätte immer noch gestrahlt. Bloß dass es Marfa damals noch nicht gab. Aber jetzt. Wo es die
anderen Bands nicht mehr gibt.
Nun darf man Marfa nicht als Retro-Ding verstehen. Eher als wertkonservative Band. Wo
andere junge Bands sich auf ihrer Cleverness ausruhen, weil sie eine komplizierte, aber
reproduzierbare Formel fürs Songwriting gefunden haben, kochen Marfa nicht nach Rezept.
Jedem Song merkt man den sprichwörtlichen Groschen an, der gefallen ist, den kreativen
Funken, eigentlich: Inspiration. Und das alles mit zwei Gitarren, Bass und Schlagzeug. So soll
das sein. Klassischer geht es nicht. (Beatles? Superchunk!)
Im Frühsommer diesen Jahres war die Band mit Swen Meyer im Studio, der ansonsten bei
Tomte, Kettcar oder Olli Schulz & Der Hund Marie als Produzent für den guten Ton sorgt.
Das Mastering der vier Songs übernahm Chris von Rautenkranz. Obwohl Marfa aus der
Hansestadt kommen, sind sie dennoch keine Hamburger-Schule-Band. Auftritte mit Bands wie
The Good Life, Sunshine Underground und The Long Blondes zeigen in die Welt, nicht auf die
Elbe. Dass sie international bestehen können, beweisen die neuen Aufnahmen, die in jeder
Hinsicht einen Schritt nach vorne bedeuten.
Fabians Stimme ist klar und kraftvoll, er singt damit Texte, die so unbemüht und
selbstverständlich daher kommen, wie die Musik, die Jörn, Henning und Sabine mit ihm
spielen. Alles fällt so widerstandslos an den dafür vorgesehenen Platz, als wären die Songs
schon immer da gewesen. Die Freude über einen angeschlagenen Dur-Akkord oder eine
zitierfähige Textzeile, die Sorgfalt, die ins Komponieren einer Strophe eingeht, um dann mit
dem Refrain erneut einen drauf zu setzen: Marfa lieben, was sie tun. Nicht nur sie. Wer die
Band mal live gesehen hat, weiß um die Wucht und Leidenschaft, mit der sie ihre Melodien in
den Zuschauerraum feuern. Kennt die Freude in ihren Gesichtern, wenn alles ineinander greift.
Für die Umstürzler aus dem Paralleluniversum wären die Songs jedenfalls der geeignete
Soundtrack zur Revolution.

Ein Kommentar

  1. billy
    5. Juni 2009

    giganten

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  • Stadt
    Hamburg
  • Lieblingsband
    Pavement